Kurs 2 von 4 · Schulspace-Selbstlernkurse
Der perfekte Prompt
für Lerninhalte
In Kurs 1 hast du deinen ersten Prompt gebaut. Jetzt kommt der Unterschied zwischen „funktioniert irgendwie" und „genau das, was meine Klasse braucht": didaktische Anforderungen, gezieltes Nachbessern und dein eigenes Material.
Was dich in diesem Kurs erwartet
- Das vollständige Prompt-Framework — vom 5-Bausteine-Grundgerüst zum Profi-Prompt
- Didaktik prompten: erklärendes Feedback, Differenzierung, Hilfe-Funktionen
- Das Prompt-Übe-Tool: schreibe eigene Prompts und lass sie bewerten — mit Schulspace-Account sogar von einer echten KI
Modul 1 von 5
Das Prompt-Framework
Aus Kurs 1 kennst du die fünf Bausteine eines guten Prompts. Sie sind das Grundgerüst — aber zwischen einem brauchbaren und einem richtig guten Lerninhalt liegt das, was du zusätzlich in jeden Baustein packst. Genau das schauen wir uns jetzt an.
Nach diesem Modul kannst du…
- das vollständige Prompt-Framework für Lerninhalte anwenden
- schwache Prompts systematisch analysieren
Pimp den Prompt — baue ihn selbst aus
Unten steht ein typischer Anfänger-Prompt. Klicke nacheinander auf die fünf Bausteine und sieh zu, was aus ihm wird.
Dein Prompt
0 von 5 Bausteinen🎉 Aus 5 Wörtern wurden über 60 — und aus einem Ratespiel ein klarer Arbeitsauftrag.
Genau so entsteht der Unterschied zwischen „funktioniert irgendwie" und „passt zu meiner Klasse". Den stärksten Baustein — die Didaktik — vertiefen wir im nächsten Modul.
Und was ist mit Rollen-Anweisungen wie „Du bist ein erfahrener Didaktiker…"? In vielen Prompt-Leitfäden stehen sie an erster Stelle. Sie schaden nicht — bei aktuellen KI-Modellen prägen sie aber vor allem den Ton, kaum die fachliche oder technische Qualität. Für Lerninhalte bringen konkrete Anforderungen wie oben deutlich mehr.
Lernzielkontrolle: Analysiere diesen Prompt
Dieser Prompt wurde einer KI gegeben:
"Mach etwas Interaktives über den Zweiten Weltkrieg"
Was fehlt? Wähle alle zutreffenden Antworten und klicke auf „Überprüfen".
Modul 2 von 5
Didaktik prompten
Die KI kann programmieren — aber du weißt, wie Lernen funktioniert. Wenn du deine didaktischen Anforderungen nicht in den Prompt schreibst, baut die KI das, was technisch naheliegt: richtig/falsch, eine Schwierigkeit, keine Hilfen. Dieses Modul zeigt die vier Didaktik-Bausteine, die fast jeden Lerninhalt besser machen.
Nach diesem Modul kannst du…
- erklärendes Feedback, Differenzierung und Hilfe-Funktionen prompten
- fertige Didaktik-Textbausteine in eigene Prompts einbauen
Erklärendes Feedback statt richtig/falsch
Ein rotes „Falsch!" lehrt nichts. Lernwirksam wird Feedback, wenn es erklärt, warum etwas nicht stimmt — am besten ohne die Lösung sofort zu verraten.
So erlebt es deine Klasse — klicke zum Vergleichen:
Frage 3: Was ist ½ + ¼?
Zeige nach jeder falschen Antwort eine kurze Erklärung, warum die Antwort nicht stimmt — gib dabei einen Denkanstoß, aber verrate die richtige Lösung nicht sofort.
Differenzierung: drei Stufen statt Einheitsbrei
Deine Klasse ist heterogen — dein Lerninhalt kann es auch sein. Wichtig: Die Stufen sollen sich in der Komplexität unterscheiden, nicht nur in der Aufgabenanzahl.
Baue drei wählbare Schwierigkeitsstufen ein (Basis / Standard / Experte). Die Stufen unterscheiden sich in der Komplexität der Aufgaben, nicht nur in der Anzahl. Lernende wählen die Stufe selbst am Start.
Hilfe-Funktion mit gestuften Tipps
Wer nicht weiterkommt, gibt auf — außer es gibt eine Leiter. Gestufte Tipps („Scaffolding") geben erst einen Denkanstoß, dann einen konkreten Hinweis, dann den Lösungsweg.
Baue bei jeder Aufgabe einen Hilfe-Button ein, der gestufte Tipps zeigt: erst einen allgemeinen Denkanstoß, beim zweiten Klick einen konkreten Hinweis. Die Nutzung des Hilfe-Buttons soll keine Punkte kosten.
Lesbarkeit & einfache Sprache
Gerade für jüngere Klassen, DaZ-Lernende oder Förderbedarf lohnt eine Zeile im Prompt — die KI passt Sprache und Darstellung erstaunlich gut an.
Verwende einfache Sprache (kurze Sätze, keine Fremdwörter), große Schrift und hohe Farbkontraste. Wichtige Begriffe werden fett hervorgehoben.
Zwei Profi-Techniken obendrauf
Wenn die vier Bausteine sitzen, holen diese beiden Techniken nochmal spürbar mehr Qualität heraus.
Das Lernziel nennen
Sag der KI nicht nur was sie bauen soll, sondern wozu. Mit einem Lernziel trifft sie Schwierigkeitsgrad, Schwerpunkte und Feedback viel besser.
Lernziel: Nach der Übung können die Schüler:innen ungleichnamige Brüche sicher addieren. Richte alle Aufgaben und das Feedback auf dieses Ziel aus.
Ein Beispiel zeigen
Eine der wirksamsten Prompt-Techniken überhaupt: Zeige der KI eine Beispiel-Aufgabe genau so, wie du sie dir vorstellst — sie übernimmt Format, Stil und Niveau für alle weiteren.
Hier ist eine Beispiel-Frage, wie ich sie mir vorstelle: [deine Beispiel-Frage mit Antworten und Feedback]. Erstelle alle weiteren Fragen in genau diesem Format, Stil und Niveau.
Lernzielkontrolle
3 Situationen aus dem Unterricht — welcher Prompt-Baustein hilft?
Situation 1 von 3: Dein Quiz zeigt bei falschen Antworten nur „Leider falsch". Welcher Folge-Prompt verbessert das didaktisch am meisten?
Situation 2 von 3: In deiner Klasse sitzen sehr starke und sehr schwache Rechner. Was gehört in den Prompt?
Situation 3 von 3: Eine Schülerin kommt bei einer Aufgabe nicht weiter und klickt das Spiel weg. Welcher Prompt-Baustein hätte geholfen?
Didaktik sitzt!
Du weißt jetzt, wie du Lernwirksamkeit in den Prompt schreibst. Weiter geht's mit dem Nachbessern.
Modul 3 von 5
Iterieren statt neu prompten
Die erste Version ist ein Entwurf — auch beim besten Prompt. Profis schreiben deshalb selten einen neuen Prompt, wenn etwas nicht passt: Sie bessern gezielt nach. Drei Techniken reichen für fast alle Fälle.
Nach diesem Modul kannst du…
- gezielte Änderungswünsche formulieren, ohne dass die KI alles umbaut
- einen bestehenden Inhalt auch ohne den alten Chat weiterentwickeln
- erkennen, wann ein frischer Chat die bessere Wahl ist
Erlebe es selbst: Ein Quiz, drei Änderungswünsche
Dein Photosynthese-Quiz aus Kurs 1 ist im Einsatz. Drei typische Situationen — du entscheidest, was du der KI schreibst, und siehst sofort die Folgen.
Alle drei Situationen gemeistert!
Du hast die drei Iterations-Techniken live erlebt — unten findest du sie nochmal kompakt zum Mitnehmen.
Zum Mitnehmen: die drei Techniken
Technik 1: Gezielt ändern — „nur X, sonst nichts"
KI-Modelle neigen dazu, bei jedem Änderungswunsch alles ein bisschen umzubauen — plötzlich sind Farben anders und eine Frage verschwunden. Der Gegenzauber ist eine klare Eingrenzung:
Ändere nur den Titel zu „Bruchprofi-Quiz" — lasse alles andere exakt gleich.
Das Muster funktioniert für alles: „Ändere nur Frage 7 …", „Tausche nur die Hintergrundfarbe …", „Ergänze nur einen Hilfe-Button — lasse den Rest komplett unverändert."
Technik 2: Alter Chat weg? Der Code ist dein Gedächtnis
Du willst Wochen später etwas ändern, aber der KI-Chat von damals ist verschwunden? Kein Problem: Der vollständige HTML-Code ist dein Projekt. Kopiere ihn (z. B. aus deinem Schulspace-Dashboard) in einen neuen Chat:
Hier ist der vollständige Code meines Lernspiels: [Code einfügen]. Ändere nur dieses und jenes — lasse den Rest komplett gleich.
Die KI versteht den eigenen (oder fremden) Code problemlos — sie braucht keinen Chatverlauf, nur den aktuellen Stand. Danach: geänderten Code bei Schulspace einfügen, Link und QR-Code bleiben gleich.
Technik 3: Wann ein neuer Chat besser ist
Nach vielen Änderungsrunden „verrennt" sich die KI manchmal: Sie baut bei jeder Korrektur neue Fehler ein oder vergisst frühere Wünsche. Das liegt am vollgelaufenen Gesprächskontext — mehr dazu in Kurs 3.
Faustregel
Wenn zwei Korrekturen hintereinander neue Probleme erzeugen: neuen Chat starten, den aktuellen Code einfügen (Technik 2) und eine präzise Gesamtbeschreibung des Ziels mitgeben — statt im alten Chat weiter zu flicken.
Modul 4 von 5
Eigenes Material als Grundlage
Lässt du die KI die Inhalte erfinden, bekommst du generisches Lehrbuch-Wissen — und musst jede Aussage auf Halluzinationen prüfen. Der Profi-Weg: Du lieferst die Inhalte, die KI baut nur die Verpackung. Das macht den Lerninhalt passgenau zu deiner Stunde und reduziert fachliche Fehler drastisch.
Nach diesem Modul kannst du…
- eigene Inhalte so in den Prompt einbauen, dass die KI sich daran hält
- einschätzen, welches Material du einfügen darfst — und welches nicht
So fügst du Material ein
Egal ob Fragenliste, Vokabeln, Merksätze oder dein Tafelbild als Text — füge es ans Ende des Prompts und mache mit einer klaren Anweisung deutlich, dass die KI nichts dazuerfinden soll:
Verwende ausschließlich die folgenden Inhalte — erfinde keine zusätzlichen Fakten, Fragen oder Vokabeln dazu: [Hier dein Material einfügen]
📝 Fragenliste
10 Fragen + Antworten aus deiner Stunde → fertiges Quiz exakt dazu
🔤 Vokabelliste
Wortpaare aus der aktuellen Unit → Memory oder Kartentrainer
📖 Merktext
Dein Hefteintrag → Lückentext oder interaktive Wiederholung
Lernzielkontrolle: Was darf in den Prompt?
Sechs Dinge aus deinem Schulalltag — entscheide für jedes einzeln. Falsche Antworten kannst du korrigieren.
📝 Deine selbst formulierten Fragen und Lösungen
📖 Eine eingescannte Seite aus dem gekauften Arbeitsheft
🧒 Die Namen deiner Schülerinnen und Schüler
🖊️ Dein Tafelbild bzw. Hefteintrag als Text
🌍 OER-Material mit freier Lizenz
🔢 Die Notenliste der letzten Arbeit, „damit die KI das Niveau kennt"
Material-Profi!
Jetzt wird's ernst: Im letzten Modul schreibst du selbst Prompts — und bekommst Feedback.
Modul 5 von 5
Das Prompt-Übe-Tool
Genug Theorie — jetzt schreibst du selbst. Wähle ein Übungsszenario, formuliere deinen Prompt und lass ihn bewerten: Der Struktur-Check prüft sofort, ob alle Bausteine drin sind. Mit einem kostenlosen Schulspace-Account bekommst du zusätzlich echtes KI-Feedback mit Punkten und konkreten Verbesserungsvorschlägen.
Tipp: Die Musterlösung gibt es bewusst erst ab dem zweiten KI-Check — besser erst selbst nachbessern, dann vergleichen.
📋 Deine Aufgabe
Schreibe einen Prompt für: Ein Vokabel-Memory für Englisch, Klasse 6 (Mittelschule) — 10 Wortpaare zum Thema „Food & Drinks". Denke an alle fünf Bausteine!
📋 Deine Aufgabe
Schreibe einen Prompt für: Einen Escape Room zur Fotosynthese für Klasse 8 (Gymnasium) — als Stationenlernen mit ca. 20 Minuten Spielzeit. Vergiss die Didaktik nicht!
📋 Deine Aufgabe
Schreibe einen Prompt für: Eine differenzierte Übung zum Bruchrechnen für Klasse 7 — mit drei wählbaren Schwierigkeitsstufen. Hier zählt besonders der Didaktik-Baustein.
🖊️ Freies Üben
Schreibe einen Prompt für deine echte nächste Unterrichtsstunde — Thema, Klasse und Inhaltstyp wählst du. Das Feedback hilft dir, bevor du den Prompt wirklich an eine KI gibst.
Echtes KI-Feedback freischalten
Mit einem kostenlosen Schulspace-Account bewertet eine echte KI deinen Prompt: Punkte je Baustein, konkrete Verbesserungen und eine Musterlösung.
Struktur-Check
Der Struktur-Check prüft nur, ob die Bausteine erwähnt sind — nicht, wie gut sie formuliert sind.
KI-Feedback
Musterlösung zum Vergleich
Kurs 2 abgeschlossen!
Vom Grundgerüst zum Profi-Prompt — hier nochmal das Wichtigste auf einen Blick.
Das Framework
Jeder der 5 Bausteine hat eine Profi-Stufe: präziser Typ, Technik-Vorgaben, Vorwissen der Klasse, eigenes Material, Didaktik-Wünsche.
Didaktik prompten
Erklärendes Feedback, drei Schwierigkeitsstufen, gestufte Hilfe-Tipps, einfache Sprache — vier Bausteine, die fast jeden Inhalt besser machen.
Iterieren
„Ändere nur X — lasse den Rest gleich", Code als Gedächtnis in neue Chats mitnehmen, bei Verschlimmbesserungen frisch starten.
Eigenes Material
„Verwende ausschließlich diese Inhalte" macht Lerninhalte passgenau und reduziert Halluzinationen — ohne Schülerdaten, ohne Schulbuch-Kopien.
Für den Alltag: der Prompt-Generator
Alles aus diesem Kurs steckt auch im Schulspace Prompt-Generator — er baut dir in 5 Schritten einen vollständigen Prompt. Mit deinem neuen Wissen erkennst du jetzt genau, was er tut.
Abschlusszertifikat
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